Interviews in German language


Monique Mödl

Norbert Mödl

Monique und Norbert Mödl


Warum haben Sie sich entschieden, an dem Projekt teilzunehmen, und was haben Sie sich davon versprochen?

Norbert Mödl (74): Für mich ist das Thema I-stay@home wichtig und brisant, denn eigentlich möchte doch jeder Mensch so lange wie möglich selbständig und selbstbestimmt bleiben. Dazu finde ich es wichtig, auch neue Wege zu finden, mit älteren Menschen umzugehen. Und man sollte alle Möglichkeiten nutzen, die es heute bereits gibt.

Monique Mödl (71): Das finde ich auch. Ich finde es wichtig, neue Methoden oder Hilfsmittel bereits jetzt zu erlernen und nicht erst dann, wenn es eigentlich schon zu spät ist. So kann man noch einige Jahre üben, bevor man wirklich auf entsprechende Hilfsmittel unmittelbar angewiesen ist. Neue Dinge zu lernen hilft auch dabei, geistig fit und beweglich zu bleiben. Dafür ist es nie zu spät.

Wichtig ist es auch bei diesem Projekt, dass die Nachbarschaftshilfe wieder mehr zunimmt. Das geschieht bei diesem Probelauf natürlich noch nicht. Wir erhoffen uns aber, dass es in absehbarer Zeit gelingt, die Menschen wieder mehr zu aktivieren,  ihre Hemmungen zu verlieren und  wieder mehr aufeinander zuzugehen.

Norbert Mödl: Vielleicht haben Menschen früher schlechte Erfahrungen gemacht, so dass sie sich zurückziehen. Dabei geht es nur darum, jederzeit Hilfe holen zu können und Hilfe zu bekommen und eine lockere, aber gute Gemeinschaft zu bilden. Es geht nicht darum, einander zu kontrollieren, sondern etwas mehr aufeinander zu achten, z.B. einen Wohnungsschlüssel oder eine Telefonnummer für den Notfall zu hinterlegen. Wir hoffen einfach, dass durch das Projekt wieder mehr Gemeinsinn im Quartier entsteht.


Für welche Geräte haben Sie sich entschieden und warum?

Herr Mödl: Wir haben uns für die gesundheitsunterstützenden Produkte entschieden, also die intelligente Waage, das Blutdruck-Messgerät und den Schrittzähler, eigentlich um uns selbst zu motivieren und einen Ansporn zu haben, mehr auf uns zu achten. Für  mich funktioniert das eigentlich ganz gut. Wenn mein Schrittzähler mir z.B. sagt, dass ich für meine Verhältnisse heute zu wenig gelaufen bin, motiviert mich das, noch einmal eine Runde extra zu drehen. Ähnlich ist es mit dem Gewicht. Da behalte ich mich besser im Auge.

Frau Mödl: Ich habe festgestellt, dass ich mich viel zu wenig bewege, was ich natürlich nicht gut finde, was aber beruflich bedingt ist. Das kann dann leicht zur Frustration führen.

Herr Mödl: Wir hoffen natürlich, dass man später einmal diese Geräte gut vernetzen kann, z.B. mit dem Hausarzt oder einer Einrichtung, die diese Daten im Auge behält und uns bei Bedarf warnt. So braucht man nicht ständig zum Arzt zu laufen und ist doch sicher, dass nichts übersehen wird.


Wie kommen Sie mit den Geräten zurecht? 

Frau Mödl: Jetzt kommen wir gut zurecht, allerdings haben wir gerade mit dem Tablet-PC ein bisschen Einarbeitungszeit gebraucht. Wenn man allerdings die Scheu verliert, kann man sich wunderbar damit beschäftigen.

Herr Mödl:  Für uns sind diese Geräte nicht selbstverständliche Gebrauchsgegen-stände. Ich bin auf diesem Gebiet ein blutiger Laie, der ständig Angst hat, etwas verkehrt zu machen oder wichtige Sachen zu löschen. Auf den Geräten gibt es so viele Funktionen, die für unsere Zwecke nicht notwendig sind. Von daher hätte ich noch mehr Einweisung gebraucht, als ich eh schon bekommen habe. Mein Enkel hat mir sehr geholfen. Nachfolgende Generationen werden sich da leichter tun. Vielleicht kommen aber in absehbarer Zeit modernere Apparate auf den Markt, die speziell auf den Bedarf älterer Menschen zugeschnitten sind.

Frau Mödl: Ich glaube, das hält auch viele andere unserer Generation davon ab, diese Technologie auszuprobieren. Sie haben das früher schon nicht gemacht und möchten jetzt nichts Neues mehr lernen. Sie meinen, das ist nichts mehr für sie oder das brauchen sie nicht und sie kommen auch so noch gut zurecht. Ich finde es schade, dass auch aus meinem Nachbarschaftskreis nicht mehr Leute bei dem Projekt mitmachen wollten. Da kann man doch nichts verkehrt machen.


Denken Sie, dass auch anderen Menschen mit solcher Technik geholfen werden könnte oder andere davon profitieren?

Lesen Sie das gesamte Interview mit Monique und Norbert Mödl hier:

Interview_Fam.Mödl



 

Rosemarie Lebeau


Wer so lange in Ungelsheim lebt wie Sie, möchte sicher auch im hohen Alter hier wohnen bleiben. Ist das der Grund, warum Sie an dem EU-Förderprojekt I-stay@home teilnehmen, das die Rheinwohnungsbau unterstützt?

Richtig. Ich finde die Initiative sehr gut und möchte die Weiterentwicklung auf jeden Fall unterstützen. Natürlich macht man sich mit zunehmendem Alter Gedanken darüber, was passiert, wenn die körperliche Fitness nachlässt und man sich vielleicht nur noch eingeschränkt bewegen kann. Mein Wunsch ist es, so lange wie möglich selbstständig und selbstbestimmt in meiner Wohnung zu leben. I-stay@home scheint mir ein sinnvoller Schritt in diese Richtung zu sein.

Als Projektteilnehmerin haben Sie von uns ein „Hilfsmittel-Testpaket“ erhalten. Berichten Sie uns kurz darüber?

Das Paket beinhaltet Produkte, die mir mehr Sicherheit im Alltag geben: Ein Haustür- und Fenster-Alarmsystem, das bei mir installiert wurde, schützt vor Einbrechern. Dann habe ich diese „schlaue“ Waage zur Überwachung meiner Gesundheit.  Sie misst Gewicht, Körperfett, Herzfrequenz und sogar die Raumluftqualität. Alles in allem modernste Technik, an die man sich schnell gewöhnt und die mir ein sicheres Gefühl vermittelt.

Apropos moderne Technik – nutzen Sie auch das Tablet, das zum Testpaket gehört?

Ja, natürlich (lacht). In der Beziehung habe ich viel von meinen Enkelkindern gelernt – zum Beispiel, was eine „App“ ist. Die Waage, die ich gerade erwähnt habe, ist über eine App mit dem Tablet verknüpft. Das heißt, ich kann hier meine aktuellen und auch bereits gespeicherten Werte abfragen. Das hilft mir, mein Gewicht im Auge zu behalten. In letzter Zeit habe ich zu stark abgenommen.

Auch sonst macht es mir Spaß, mich mit dem „kleinen“ Computer zu beschäftigen. Und unter uns: Die Edeka-Angebote sind auch ruckzuck online abgefragt – das freut wiederum meine Tochter, weil ich schneller beim Einkaufen bin.


Das gesamte Interview mit Rosemarie Lebeau finden Sie hier:

Interview_Lebeau